Wie das in echten Vorhaben aussieht.
Anwendungsfälle zeigen nicht nur den Prozess, sondern das Umfeld: Rollen, Systeme, Anforderungen und Kontrollen. Zwei stehen hier ausführlich, fünf weitere lassen sich als Modell durchklicken.
Häufigste Rückfrage
„Wir haben doch schon ein MES – wozu dann TAOM?»
Ein Manufacturing Execution System steuert und erfasst die Fertigung: Aufträge einlasten, Maschinendaten aufnehmen, Chargen verfolgen, Prüfwerte erfassen, an das ERP zurückmelden. Es ist das System, in dem die Produktion läuft.

Warum ein MES eingesetzt wird
Weil zwischen ERP und Maschine eine Lücke klafft. Das ERP kennt den Auftrag, die Maschine kennt den Takt – dazwischen braucht es etwas, das einlastet, rückmeldet, Chargen verfolgt und Prüfungen erzwingt, bevor Material weitergeht.
In regulierten Branchen kommt hinzu: Ohne lückenlose Aufzeichnung darf nicht ausgeliefert werden.
Was ein MES nicht leistet
Es weiss nicht, warum ein Prüfschritt existiert, welche Auflage ihn verlangt, welche Anforderung ihn ausgelöst hat und was passiert, wenn man ihn ändert. Es dokumentiert die Ausführung, nicht die Absicht.
Genau diese Lücke füllt TAOM – am Beispiel dieses Kesselhauses oder allgemein beim Digital Twin.
Bilder statt Absätze
Dasselbe Kesselhaus, zwei Darstellungen
Links eine Anlagenübersicht, wie sie in jedem MES hängt. Rechts derselbe Ausschnitt als Prozessmodell. Beide sind richtig – aber nur eine der beiden Darstellungen lässt sich konfigurieren.

So sieht die Ausgangslage in vielen Betrieben aus: eine Anlagenübersicht mit Aggregaten, Zuständen und Istwerten – Füllstand 68 Prozent, Leitfähigkeit 68,8 µS/cm, Pumpe C aus.
Alles richtig. Und trotzdem beantwortet dieses Bild keine der Fragen, die bei der Konfiguration gestellt werden: Wer entscheidet bei einer Grenzwertüberschreitung? Ab wann darf angefahren werden? Wer gibt frei, und woran sieht man es?
Zum Vergrössern anklicken – darunter dieselbe Anlage als Prozessmodell.

Warum das so oft schiefgeht
Ein Anlagenbild ist schnell erstellt und sieht nach Fortschritt aus. Das Modellieren der Abläufe wirkt dagegen nach Aufwand ohne sichtbares Ergebnis – also wird es verschoben.
In der Konfiguration rächt sich das: Wer entscheidet bei Grenzwertüberschreitung? Ab wann darf angefahren werden? Wer gibt frei, und woran sieht man es? Diese Antworten müssen dann im laufenden Projekt gesucht werden.
Was das Modell zusätzlich trägt
An jedem Schritt hängen Rolle, System, Grenzwert, Kontrolle, Nachweis und Freigabe. Aus genau diesen Angaben entstehen die Anforderungen an das MES – mit Begründung statt aus einer Vorlage.
Und bei der Validierung ist belegbar, welche Auflage zu welchem Prüfschritt geführt hat.
Lieber im eigenen Fenster? Dampferzeugung als Demo-Seite öffnen · Alle Modelle unter BPMN-Demos.
Anwendungsfall 1
Pharmazeutische Fertigung: MES-Einführung mit GxP-Auflagen
Ausgangslage
Ein Hersteller führt ein MES ein. Die Prozesse existieren – in Verfahrensanweisungen, in Köpfen und in einer Kontrollmatrix. Der MES-Anbieter fragt nach Prozessschritten, Prüfpunkten und Freigaberegeln; die Antworten liegen in vier verschiedenen Ablagen.
Die Validierung verlangt zusätzlich den Nachweis, warum jeder Prüfschritt so gestaltet ist.
Was TAOM beiträgt
Die Abläufe werden erhoben und modelliert, jeder Schritt bekommt Rolle, System, Prüfpunkt, Auflage und Freigabe direkt angehängt. Aus dem Modell entstehen die Anforderungen an das MES – mit Begründung.
Bei der Validierung ist belegbar, welche Auflage zu welchem Prüfschritt geführt hat.
- 01ErhebungChargenfreigabe, Wiegen, Inprozesskontrolle und Dokumentation aus Workshops strukturieren.
- 02AnreicherungJe Schritt: Rolle, System, Prüfvorschrift, Nachweis, Vier-Augen-Prinzip.
- 03AnforderungenWas das MES können muss – abgeleitet, nicht aus einer Vorlage übernommen.
- 04AbgrenzungWelche Prüfung im MES läuft, welche im ERP, welche im Labor.
- 05NachweisVon der Auflage bis zum Testfall durchgezogen.
- 06DanachDas Modell bleibt und trägt die nächste Änderung – es war kein Projektdokument.
Anwendungsfall 2
Industrielle Fertigung: MES, ERP und Shopfloor ordnen
Ausgangslage
Gewachsene Landschaft: ERP für Auftrag und Material, MES für Einlastung und Rückmeldung, dazu Waagen, Etikettendrucker und eine Handvoll Tabellen. Niemand kann sagen, welcher Schritt in welchem System läuft – und an den Übergängen entstehen die Fehler.
Vor einer S/4HANA-Umstellung wird die Frage dringend.
Was TAOM beiträgt
Der Ablauf wird einmal durchgängig modelliert – vom Kundenauftrag bis zum Versand –, und jeder Schritt bekommt sein System zugeordnet. Sichtbar wird, wo Daten von Hand wandern und wo zwei Systeme dasselbe führen.
Aus den Übergängen werden Anforderungen mit Priorität statt Bauchgefühl.
- 01SystemzuordnungJe Schritt: ERP, MES, Nebenanwendung oder Handarbeit.
- 02Brüche sichtbar machenWo Daten abgetippt werden und wo Doppelführung besteht.
- 03Etikettierung und RückverfolgungWann welches Etikett entsteht und woraus es sich speist.
- 04Anforderungen ableitenSchnittstelle, Erweiterung oder Prozessänderung – begründet.
- 05Vorbereitung der TransformationDas Modell ist die Grundlage für Fit-to-Standard.
- 06Nach der UmstellungDer Soll-Ablauf ist dokumentiert und lässt sich prüfen.
Zum Anschauen
Fünf Branchen, fünf begehbare Modelle
Zu diesen Abläufen gibt es bereits eine interaktive BPMN-Demo. Sie zeigen dasselbe Prinzip wie die beiden Fälle oben – nur zum Durchklicken statt zum Lesen.
Lebensmittelproduktion
Kaffeerösterei im Grosshandel – Rohkaffee, Röstung, Chargen, Haltbarkeit und Lageranbindung an einem durchgehenden Ablauf.
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Öffentliche Verwaltung
Verkehrsverstösse – vom Eingang über Prüfung und Anhörung bis zum Bescheid, mit Fristen, Freigaben und Schriftverkehr.
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Halbleiterfertigung
Chipfertigung vom Wareneingang bis zur Reinraumschleuse – Prüfpunkte, Sperrbestände und strenge Übergaberegeln.
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Chemische Industrie
Herstellung von Flüssigkeiten in Tankproduktion – Ansatz, Freigabe, Abfüllung und die Kontrollen dazwischen.
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Labor und Analytik
Wasseranalytik von der Probenannahme bis zum Prüfbericht – Probenkette, Messung, Bewertung und Befundfreigabe.
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Anlagen- und Energietechnik
Dampferzeugung: Kessel anfahren und Speisewasser freigeben – genau der Ablauf hinter der Anlagenübersicht weiter oben, mit Leitwarte, Labor und Instandhaltung.
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Ihre Branche fehlt?
Die Demos entstehen aus echten Prozessbeschrieben. Wenn Sie einen Ablauf schildern, lässt sich daraus in kurzer Zeit ein Modell bauen.
Anfangen
Ihr Fall ist wahrscheinlich nicht exotisch
Wenn Sie zwischen ERP, MES und Nebenanwendungen sortieren müssen oder eine Auflage nachweisen sollen, deren Ursprung niemand mehr kennt – dann kennen wir das Muster.